Körper­orientierte Trauma­therapie

Nervensystem & Trauma – zurück ins Leben

Trauma­therapie

In der körperorientierten Trauma­therapie werden Ver­letzungen die durch ein Trauma entstehen über den Körper ver­wandelt und geheilt.

Nach der Methode Somatic Experiencing ® (SE) von Peter Levine, Integrale Somatische Psychologie ® (ISP) nach Raja Selvam und Sexocorporel ® nach Jean-Yves Desjardins aus­gebildet, geschult und selbst­erfahren, integriere ich diesen ganz­heitlichen Ansatz zur Auf­lösung von Traumatisierung in meine Arbeits­weise der Körperarbeit.

Körperorientierte Traumatherapie Berlin - Naturheilpraxis Albrecht in Berlin-Schmargendorf

Körperorientierte Traumatherapie

Was ist ein Trauma?

Zum Trauma wird ein Ereignis, wenn es unsere Selbstschutz verletzt und uns mit einem Gefühl der Überwältigung und Hilflosigkeit zurücklässt.

Traumatisierende Erlebnisse können sein: Verkehrsunfälle, Stürze, Operationen, schwere Krankheiten, Verletzungen, der Verlust eines nahen Menschen, Vernachlässigung in der Kindheit oder pränatale Bedrohung im Mutterleib, Krieg, Naturkatastrophen oder sexualisierte Gewalt. Auch scheinbar gewöhnliche Ereignisse wie medizinische Behandlungen, ein Hundebiss, das Miterleben von Gewalt im Fernsehen können traumatisieren.

Körperorientierte Traumatherapie - Naturheilpraxis Albrecht in Berlin

Welche Folgen hat Trauma im Leben?

Trauma ist mehr als das Ereignis

Trauma ist viel mehr als die Geschichte, die man erzählen kann. Während einer überwältigenden Erfahrung schaltet das Sprachzentrum ab. Trauma ist die Gesamtheit aller steckengebliebenen Reaktionen auf ein lebensbedrohliches Ereignis. Es sind Orientierungslosigkeit, Herzklopfen, Übelkeit, Körperimpulse zu Kampf, Flucht oder Kollaps. Unerklärliche Unruhe, die Unfähigkeit sich zu beruhigen oder sich zu freuen. Leicht überwältigt sein, von Angst, Wut, aber auch von Freude, Glück.

Trauma ist, wenn man auf ein harmlose Situation so reagiert, als sei das Leben bedroht. Denn Verhaltensmuster, Überzeugungen, Gedanken und Gefühle sind noch immer mit den erschreckenden Erfahrungen der Vergangenheit gekoppelt.

Z.B. wird das freundliche Bellen des Nachbarhundes im Jetzt zu einer lebensbedrohenden Situation. Begleitet von Angst, Panik und Kampfreaktionen. Der längst vergangene Hundebiss von Damals weckt im Körper die Erinnerung und fühlt sich jetzt – genau wie damals – in Lebensgefahr.

Unerklärliche Symptome bei Trauma

Das kleine Beispiel oben zeigt, dass nach einer traumatischen Erfahrung unerklärliche psychische und körperliche Symptome entstehen können. Sie verwirren und machen Angst.

Eventuell zeigen sie sich erst Jahre später als Überaktivität, Suchtverhalten, unkontrollierbare Wutausbrüche, Ängste, Panikattacken, Depression, Gefühle von Entfremdung, Konzentrationsstörungen, Dissoziation, Bindungsunfähigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, chronische Schmerzen, Fibromyalgie, Migräne, Nacken- und Rückenprobleme, Probleme mit dem Immunsystem oder Burnout. Die Liste möglicher Symptome ist lang.

Immer noch im Überlebens­modus

Trauma verändert das Gehirn und die gesamte Physiologie. Man wird stressanfälliger. Die Bedrohung existiert weiterhin im Körper und das Überlebenssystem springt automatisch an, auch wenn es keinen Anlass zu Gefahr gibt.

Traumafolgen zeigen sich in einem unsicheren Körpergefühl, durch das die Welt als unsicherer Ort interpretiert wird. Es gibt einen Sog hin zu Gefühlen von Hilflosigkeit, Angst und Wut.

Die in der traumatischen Situation mobilisierte Notfallenergie ist im Körper wie gefangen und weiterhin aktiv. Posttraumatische Symptome sind der Versuch des Nervensystems, irgendwie mit dieser überschüssigen Energie umzugehen.

Somatic Experiencing (SE)® nutzt die Kraft, die in den Symptomen liegt, als wichtige Ressource bei der Traumabewältigung.

Wie Trauma behandelt werden kann

Um aus der Erstarrung und oft in Wiederhohlungsschleifen verstrickten Reaktionsmuster herauszutreten, bedarf es eines sicheren Rahmens in welchem die noch gebundene Kraft des Ereignisses behutsam entladen wird.

Die unterbrochene Verbindung zu eigenen Gefühlen und dem eigenen Körper kann durch einen behutsamen Prozess wieder hergestellt werden.

Innerhalb dieses Heilungsprozesses geschieht dies durch die folgenden 6 Punkte:

1 – Körpergrenzen finden – Sicherheit und Halt finden

2 – Sich Spüren lernen
3 – Kampf und Flucht – gesunde Aggression
4 – Aktivierung entladen
5 – Neuorientieren von innen nach außen zur sozialen Umwelt
6 – Integrieren und zur Ruhe kommen

Wie arbeitet Somatic Experiencing (SE)® mit Traumata?

Einladung an das autonome Nervensystem

Somatic Experiencing (SE)® arbeitet vor allem mit der körperlichen Reaktion auf traumatische Ereignisse. Es wendet sich dabei an das für Trauma zuständige autonome Nervensystem. Dieses ist nicht dem bewussten Willen unterworfen. Es kann nur eingeladen werden – durch wertfreie Aufmerksamkeit.

Das Trauma wird neu verhandelt

Mit Somatic Experiencing (SE)® wird das Trauma körperlich, geistig und emotional neu verhandelt. Dabei verändert sich nach und nach das Körpergefühl hin zu mehr Sicherheit und Präsenz. Diese natürliche Wachsamkeit im Körper wirkt sich positiv auf Gedanken, Gefühle, Emotionen und Überzeugungen aus.

Ein Trauma ist verarbeitet und integriert, wenn man daran denken und darüber sprechen kann, ohne dass das Nervensystem in Stress gerät. Es wird zu einer Erfahrung, die nicht länger das Leben bestimmt.

Wie läuft eine Somatic Experiencing (SE)® Sitzung ab?

Wofür Somatic Experiencing (SE)® steht

In Somatic Experiencing (SE)® geht es darum, die Verbindung zu sich selbst und zum eigenen Körper wieder aufzunehmen, denn nach einem Trauma ist der Körper zum Gegner geworden. Er produziert Symptome, die unerklärlich sind und das Leben einschränken. Daher ist Aufklärung ein wichtiger Bestandteil einer SE-Sitzung. Sie hilft zu verstehen, wie bestimmte Symptome mit erlebten Traumatisierungen zusammenhängen.

Man muss das Trauma nicht erneut durchleben

In einer SE-Sitzung lernen Sie, in der Gegenwart verankert zu bleiben, während Sie über vergangene traumatische Erfahrungen sprechen. Dabei könnten zu viele Details das Empfinden von Gefahr im Körper verstärken und retraumatisieren, denn Trauma entwickelt einen Sog, in dem man sich verlieren kann.

Während einer Sitzung aktivieren wir Ressourcen, die in der damaligen Situation fehlten, und spüren ihnen im Körper nach.

Im Pendeln zwischen diesen Ressourcen und der überwältigenden Erfahrung wird nach und nach die im Nervensystem gebundene Überlebensenergie gelöst. Die Veränderung erfolgt ganz bewusst in kleinen Schritten, damit der Organismus sie gut integrieren kann. Dabei muss man das Trauma nicht erneut durchleben.

Neue Erfahrungen im Körper geben Sicherheit

Behutsam in der SE-Sitzung zum Spüren angeleitet, verfeinert sich mit der Zeit die Körperwahrnehmung. Die unbewusste Fixierung auf das Trauma löst sich und es wird immer leichter zu spüren, wenn der Körper beginnt, sich zu regulieren. Allmählich schaffen neue Erfahrungen im Körper ein anderes, sicheres Lebensgefühl. Die Selbstregulation, der natürliche Rhythmus von Ladung und Entladung, Anspannung und Entspannung, kann sich entfalten.

In Somatic Experiencing (SE)® ist es möglich, inhaltsfrei zu arbeiten, wenn z.B. ein Thema zu belastend erscheint oder Ereignisse nicht erinnert werden. Wir orientieren uns an aktuellen Gefühlen und Körperempfindungen. Es genügt, dass der Körper sich erinnert.

Auch nach Jahren, sogar Jahrzehnten, kann man mit SE traumatische Erlebnisse verarbeiten und integrieren.

Integrale Somatische Psychologie (ISP)

Integrale Somatische Psychologie (ISP) nach Dr. Raja Selvam

ISP zielt darauf ab, die Effizienz von Behandlungen in der psychologischen Arbeit z.B. Traumatherapie durch vermehrte Einbeziehung der Dimensionen Körper, Energie und Wahrnehmung zu erhöhen.

Die Verkörperung von Emotionen wird in dieser Methode verstanden als die Fähigkeit, emotionale Erfahrungen möglichst weit in den physiologischen Systemen von Gehirn und Körper auszudehnen und sich ihnen länger auszusetzen.

Sowohl theoretisch wie empirisch finden sich Belege für die Wirksamkeit dieser Methode im Hinblick auf Verbesserungen auf der körperlichen, energetischen, kognitiven, Verhaltens, -Beziehungs- und spirituellen Ebene in Verbindung mit therapeutischen und spirituellen Ansätzen jeder Art. Fast immer steckt ein emotionales Problem, etwas nicht oder nicht mehr erträgliches, hinter den Symptomen die in die Traumatherapie führen. Genau mit diesen unangenehmen, unerträglichen Emotionen wird an dieser Stelle gearbeitet.

Die Fähigkeit sich Emotionen auszusetzen und länger zu halten wird erhöht. Abwehrmechanismen verringern sich und unangenehme Gefühle können sich auflösen.

Sexual­therapie mit Schwerpunkt Missbrauch

Die Bearbeitung von sexuellen Gewalt- und Miss­brauchs­erfahrungen ist ein Arbeits­schwer­punkt in meiner Fach­praxis.

Hier ergänzen sich die Therapie­maßnahmen der körper­orientierten Trauma­therapie und der Sexual­therapie.

Sorgfältig und in einem geschützten Rahmen stimme ich individuell das Behandlungs­angebot nach der Methode Sexocorporel ® auf die persönlichen Bedürfnisse ab. Ich behandle und begleite sowohl Männer als auch Frauen.

In zielgerichteten, offenen Gesprächen entwickle ich mit meinen Klienten gemeinsam erfolg­versprechende Lösungen aus körper­orientierten therapeutischen Maß­nahmen, wie Wahr­nehmungs-, Regulations- und Körper­übungen. Diese Herangehens­weise stellt eine wert­volle Erweiterung zur psycho­therapeutischen Behandlung dar. Denn eine körperliche Erfahrung die als undienlich erlebt wurde, braucht neue positive Erfahrungen um wieder in das ursprüngliche Gleich­gewicht zurück zu gelangen.

Kontakt

Bei Fragen zu Trauma­therapie berate ich Sie gerne persönlich. Bitte setzen Sie sich einfach direkt in Kontakt mit mir.

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